Was ist eine Zukunftswerkstatt?
In Zukunftswerkstätten treffen sich kleine oder große Gruppen, um an einem gemeinsamen Ziel, einer Herausforderung oder einem Wunsch kreativ zu arbeiten. Das was dabei herauskommt ist:

die Zukunft.

Sie äußert sich in kleinen, pragmatischen Teilschritten bis hin zum innovativen Durchbruch. Die "Methode Zukunftswerkstatt" ist dabei höchstwirksam um zu neuen Ansätzen, Ideen und Lösungen zu kommen. Der Moderator ist der Experte für die Methode, die Teilnehmer sind die Experten für ihr Anliegen, ihre Ideen und Lösungsansätze. Ein durch und durch basisdemokratisches Modell, das den Menschen als mündig und handlungsfähig betrachtet.

Zukunftswerkstätten sind deshalb so erfolgreich, weil sie berücksichtigen und klug strukturieren, was den Menschen bei Zukunfts-Überlegungen so durch den Kopf geht: Damit das Hirn frei wird für kreative Prozesse beginnt die Gruppe die ZW mit

PHASE 1: Beschwerde + Kritikphase
Über alles, was zum Thema gehört, kann "Dampf abgelassen" werden, alles darf kritisiert werden. Je konkreter, desto besser. In Stichworten, ohne Diskussionen, demokratisch und ohne Hierachie. Der Moderator achtet darauf, dass jeder zu Wort kommt, dass alles Geäußerte gleichwertig ist und dass das Prinzip der Hierachielosigkeit eingehalten wird. Alles wird schriftlich festgehalten. Eine Auswahl aus allen Kritikpunkten ergibt am Ende der Phase 1 den Istzustand mit thematischen Schwerpunkten. Wenn alles Negative auf dem Tisch ist, wird der rechte Teil des Gehirns aktiviert mit der...

PHASE 2: Phantasie + Utopiephase
Bewährte und außergewöhnliche kreative Methoden erleichtern es, bestehende Begrenzungen aufzulösen und Denkrahmen zu sprengen. Hier ist alles erlaubt. Negatives wird ins Positive gewendet. Das Mögliche mit dem Unmöglichen verbunden. Utopien entworfen, noch nie Dagewesenes geplant. Je verrückter und phantasievoller, desto besser. Mit allen Sinnen, alleine oder zusammen. Verboten ist nur Kritik (das hatten wir ja schon in Phase 1). Alles wird wieder genau dokumentiert, nichts geht verloren. Am Ende der Phase 2 werden alle ausgewählten Zukunftsideen und ntwürfe anschaulich vorgestellt. Die wunderbaren Ideen und Entwürfe der Phase 2 werden jetzt in der...

PHASE 3: Verwirklichungs + Praxisphase
auf Herz und Nieren bezüglich ihrer Umsetzung in der derzeitigen Realität geprüft. Was lässt sich ganz oder teilweise verwirklichen? Welche Umstände oder Voraussetzungen müssen geschaffen werden? Gibt es Teilschritte? Was darf nicht verloren gehen? Wo gibt es Unterstützung für die Entwürfe/Projekte. Was kann die/der Einzelne ganz konkret in die Wege leiten oder geht die Gruppe geschlossen voran? Wer macht mit und bis wann soll das neue Projekt - die Lösung - die Idee stehen? Wer bleibt mit wem in Verbindung? Mit anderen Worten: Nägel mit Köpfen - möglichst verbindlich, alles dokumentiert!

Alle 3 Phasen werden von der Moderation geleitet, in allen Phasen wird von weit nach eng gearbeitet, d.h. alles wird möglichst breit und vielfältig gesammelt, in Themen aufgeteilt, von der Gruppe nach Wichtigkeit bewertet und ausgewählt. So ist gewährleistet, dass man "vom Stöckchen aufs Hölzchen" kommen darf, aber letztlich nicht vom Thema ab. Der Gewinn ist:

Das Thema ist gründlich durchdrungen, neue Ideen haben alte Muster gesprengt und wir machen uns auf in die Zukunft mit neuen Taten zu neuen Ufern!

Woher kommt die Methode Zukunftswerkstatt?
Zukunftsforscher Robert Jungk, der Urvater dieser Methode, wollte ein Gegengewicht zur Macht der Politik und Wirtschaft in "Zukunfts-Bestimmungen" bilden. Er bot mit der Zukunftswerkstatt den ansonsten nicht gefragten und nicht ernst genommenen , manchmal unterdrückten, sich oft hilflos fühlenden Bürgern eine Möglichkeit, ihre Meinung, ihre Wünsche und Vorstellungen an ihre Zukunft auszudrücken. Erfahrungen mit Zukunftswerkstätten finden sich in der Internationalen Bibliothek für Zukunftsfragen, Salzburg.